Namaste

Liebe Freunde von Ganesh Nepalhilfe e. V.

In den ersten Monaten unserer Arbeit ist so viel passiert, dass wir nun einen kleines Tagebuch angefertigt haben, in dem die Berichte der letzten Monate zusammengefasst worden sind.

Wir sind sehr glücklich darüber, schon so viel erreicht zu haben und danken Euch für Eure Mithilfe und Inspiration!

 

März 2014

Vor 10 Tagen sind wir aus Nepal zurückgekehrt.

Wieder haben uns das Land und die Menschen begeistert und wir sind froh und glücklich, so gute und enge Freunde in Nepal zu haben.

Diese Reise ist geprägt durch unsere Begegnungen mit den ersten beiden Kindern, die in unserem neuen Projekt von Ganesh New Life Center aufgenommen worden sind. Wir konnten im Slum bei Bodnath und in Khokana/Kathmandu einen Eindruck von dem schwierigen Leben gewinnen, welches die Familien von Raj und Ravit mit ihren schwerbehinderten Söhnen geführt haben.

 

Seit Anfang dieser Woche sind Raj und Ravit nun in dem kleinen Heim in Simaltar und werden von Hausmutter Shobha umsorgt.

  
 
 

Raj, 9 Jahre

Raj lebte mit seiner Mutter Githa und seinem kleinen nichtbehinderten Bruder (6) im Slum in der Nähe von Bodnath. Raj leidet an zerebraler Parese. Durch einen Sauerstoffmangel vor, während oder kurz nach der Geburt zeigt er Bewegungsstörungen, deren Ursache in der frühkindlichen Hirnschädigung liegen.

So kann er nicht ohne Hilfe laufen, kann seine Hände nur bedingt bewegen. Jedoch versteht er Nepali und reagiert sehr klar und wach auf seine Umwelt. 

Sein Vater hat vor drei Jahren die Familie verlassen, die Mutter versucht mit zwei Putzstellen sich und die beiden Söhne zu ernähren. Doch mit insgesamt 30 Euro Einkommen ist das Leben in Nepal kaum zu bewältigen.

Aus Angst vor den Nachbarskindern, die Raj immer wieder geärgert haben, hat seine Mutter ihn jeden Tag während ihrer Arbeitszeit in die dunkle Toilette eingesperrt. 

Nun  ist Raj seit zwei Tagen in dem kleinen Ganesh Heim, seine Mutter kann ihn jederzeit besuchen, da das neue Zuhause von Raj nur eine Viertelstunde Fußweg vom Slum entfernt liegt.

 

 

 

  


 
 

Ravit, 17 Jahre

Ravit lebte mit seinen Eltern, seinen Großeltern und seiner Schwester (13) in einem ursprünglichen Dorf im Süden von Kathmandu.

Auch Ravit leidet an zerebraler Parese.

Über einen stockdunklen , kleinen und engen Durchgang muss man über eine steile und unebene Holzstiege klettern, um in den Raum der Familie zu gelangen. In dem Raum steht nur ein Bett, in dem die Eltern mit Ravit und seiner Schwester schlafen.

Der Vater hatte seinen Job verloren, so dass die Mutter jeden Tag bis spät abends in einer Nudelfabrik arbeitet. In dieser Zeit kümmerte sich dann die Großmutter um Ravit. 

Letzte Woche Montag brachten die Mutter, die Großmutter und ein Onkel Ravit nach Simaltar. 

Die Familie ist erleichtert, dass Ravit ein neues Zuhause gefunden hat, in dem er sich so wohlfühlt.

Als Raj letzte Woche zu nepalesischen Liedern getanzt hat, ist er vor lauter Lachen fast aus dem Bett gefallen!

 

 

  


 
 

Projektfinanzierung

Nachdem nun unsere Arbeit in Nepal begonnen hat, werden wir nun in Deutschland damit beginnen, das notwendige und erforderliche Budget von ca. 500,00 Euro monatlich mit Spenden zu generieren.

Wir sind dabei einen Flyer zu entwickeln, um Euch und Spendern eine Vorstellung zu geben, welche Dinge mit bestimmten Beträgen in Nepal gekauft werden können.

 

MIT JEWEILS 10 EURO 

- Trinkwässer für 6 Personen für einen Monat

- 1 Windelpaket für Ravit für 10 Tage

- Eine traditionelle Kleidung bestehend aus 1 Hemd, 1 Hose und 1 Jacke für ein Kind (jedes Kind braucht mindestens 4 Sätze!)

 

MIT JEWEILS 20 EURO IM MONAT (Für 6 Personen)

- Obst

- Milch

- Fleisch

- Gemüse

- Strom

- Gas

- Medikamente 

- Getreide und Mehl

- Hülsenfrüchte

- Reis

 

MIT JEWEILS 60 EURO 

- Gehalt für die Hausmutter

- Gehalt für den Physiotherapeuten

Dabei ist es unser Ziel, bis Ende des Jahres über Daueraufträge von Spendern eine Summe von 1000 Euro monatlich einzunehmen, um auch Sonderposten wie Zahnarztbehandlungen, kleinere Operationen u.ä. auffangen zu können!

 

In dem Heim in Simaltar werden wir in der Lage sein, bis zu 6 Kinder aufzunehmen, Dies ist ein guter Beginn unserer Arbeit und auch unserer Möglichkeiten!

 

 

 

  




 
 

Mai 2014

Seit fast zwei Monaten sind Raj und Ravit in Simaltar zuhause. Gemeinsam mit nun zwei Hausmüttern haben sie sich sehr gut eingelebt.

Im April konnten wir endlich einen guten Physiotherapeuten einstellen.

Bhupal Gautam hat in Indien seine Ausbildung erhalten und kommt dreimal in der Woche um jeweils 2 Stunden mit jedem Jungen zu arbeiten und zu üben. Es ist unglaublich, welche Fortschritte die Beiden schon gemacht haben.

Raj, der sich nur auf dem Boden fortbewegen konnte, kann inzwischen mit Hilfe eines Stühlchens schon laufen, kann Hände und Arme sicherer und kontrollierter bewegen!

Ravit lernt, den Kopf zu heben und mit Hilfsmitteln zu sitzen!

Zum Teil sind diese Nachmittage sehr anstrengend für die Beiden, aber man sieht in ihren Gesichtern, wie stolz sie auch auf ihre Leistungen sind!

 

 

  


 
 

September 2014

Nach über 5 Monaten haben wir Raj, Ravit und Hausmutter Usha in Simaltar besuchen können.

Raj war aufgeregt, Christa Würth, Dr. Fred Prünte und mich zu sehen und begrüßte uns mit seinem strahlenden Lächeln und der nepalesischen Begrüßung Namaste!

Natürlich zeigte er uns sofort, was er schon alles gelernt hat: alleine stehen, wenn er sich an einer Wand anlegt, greift man ihn unter die Arme, kann er sich immer sicherer fortbewegen.

Ravit kann etwas gezielter seine Arme bewegen. Seine Beine, die jahrelang überkreuz verhärtet waren, sind durch tägliche Massage und Übungen inzwischen schon ein wenig beweglicher.

Die Fortschritte sind natürlich ganz  klein, aber auch die winzigen Erfolge sind wunderbar für die Kinder! 

Jonas und Sandra, Dortmunder Abiturienten, werden noch bis Anfang November den Hausmüttern bei der Pflege und Fürsorge helfen. So sind der tägliche Spaziergang mit Raj und ausgedehnte UNO Spiele ebenso Aufgaben wie das Waschen und Füttern von Ravit.

Noch während unseres Aufenthaltes konnte die jährliche Registrierung bei den Behörden erfolgreich abgeschlossen werden, was wichtig für die Arbeit in Nepal ist.

Schon letztes Jahr hatten wir in der deutschen Botschaft in Kathmandu von unseren Plänen erzählt, einen Verein zu gründen mit dem Schwerpunkt, schwerstmehrfach behinderte Kinder in Nepal zu unterstützen.

Wir sind sehr glücklich darüber, dass am letzten Tag unseres Aufenthaltes Herr Steffes-enn, stv. Leiter Ref. Entwicklungszusammenarbeit der deutschen Botschaft, unser Kinderpflegeheim in Simaltar besucht hat. Er war angetan über die kleine und saubere Einrichtung und konnte ebenfalls einen Eindruck von den Kindern, der Hausmutter und einem Vorstandsmitglied des nepalesischen Vereins, Dr. Rajan Shah gewinnen.

Wir sind froh über unsere deutsch-nepalesische Zusammenarbeit, was bei einem gemeinsamen Abend mit dem nepalesischen Vorstand noch einmal deutlich wurde!

  




 
 

Oktober 2014

Dashain, das Fest, welches den Sieg des Guten über das Böse befeiert, ist in den letzten Wochen in Nepal gefeiert worden. Unsere Jungs haben gemeinsam mit unserer Heimleiterin Savithri und deren Familie die Feiertage verlebt. 

In einigen Tagen wird Kaila, ein 9 jähriger Junge aus Luka, unser Pflegeheim in Simaltar beziehen. Er ist körperlich sehr eingeschränkt und allein die Reise von Lukla nach Kathmandu wird für ihn und seine Familie sehr beschwerlich sein, da er über drei Stunden zu der nächsten Busstation getragen werden muss. Dann geht es noch einmal über 3 Stunden mit dem Bus in die Hauptstadt. 

Kaila ist ebenfalls durch einen Sauerstoffmangel während der Geburt beeinträchtigt. 

Wir freuen uns sehr, dass wir die Möglichkeit haben ihn zu fördern und seine Familie zu unterstützen!