Unser Jahr 2015

 

Wie können wir dieses Jahr je vergessen?

Liebe Freunde,

wie können wir dieses Jahr je vergessen?

 

Am Anfang des Jahres war unser Kinderheim für schwerstmehrfach behinderte Kinder in Kathmandu unser ganzer Stolz!

 

Das Jahr begann mit unserer großen Freude über die Fortschritte unserer drei Jungs im Kinderheim. Raj, der kurz nach Weihnachten seine ersten Schritte lief, Ranjit, der über 7 Kilo zugenommen hat, seine Hände etwas eigenständig bewegen kann und Kaila, der, nach acht Jahren Leben im Dunkel, es geniesst, in hellen und luftigen Räumen zu leben!

 

Viele Pläne hatten wir für dieses Jahr!

 

Und dann kam der 25. April.

 

Das Land und die Region bebte, mehr als 9.000 Menschen starben, über eine Million Nepalesen verloren ihr Zuhause.

 

 

 

  


 
 

Die Tage danach

Die Tage danach sind Tage, die keiner von uns je vergessen wird. Die Sorge, wenn man einen Freund in Nepal über Internet und Telefon nicht erreichen konnte, und die pure Erleichterung, wenn ein Lebenszeichen kam! Diese Gefühle machten uns die Entscheidung leicht, so schnell als möglich nach Nepal zu fliegen. So arbeiteten wir über einen Monat gemeinsam mit dem nepalesischen Team im Kathmandutal und der näheren Umgebung.

 

Dankbar dafür, dass den Kindern im Kinderheim nichts geschehen war, konnten wir unsere Pläne ändern und neben der Betreuung der Kinder auch direkte medizinische, technische und wirtschaftliche Hilfe anbieten.

 

Das nepalesische Team unseres Partnervereins "Ganesh Disable New Life Center", welches sich aus 4 jungen, nepalesischen Ärzten, einer Pharmareferentin und einer Lehrerin zusammensetzt, hatte eine Woche nach dem ersten Erdbeben schon die offizielle Registrierung, in der Erdbebenhilfe tätig sein zu dürfen.

 

So durften wir Healthcamps organisieren, Wellbleche und Plastikplanen kaufen und in den Dörfern verteilen. Schon sehr schnell gab es die Planen und Bleche nur noch auf dem Schwarzmarkt zu kaufen. Im Süden des Landes fuhren die Nepalesen über die indische Grenze, um für Nachschub zu sorgen!

 

Thomas, Vorsitzender unseres deutschen Vereins, begutachtete als Architekt Wohnhäuser, Wohnungen Klöster, Schulen und Heime, untersuchte die Risse, und versuchte, den Bewohnern mit einfachen Worten den Zustand ihrer Häuser zu erklären. Den Menschen die harte Wahrheit zu sagen, ihnen zu empfehlen, ihr Elternhaus zu verlassen und nicht mehr zu betreten, war oft ein starker emotionaler Druck.

 

Doch die Energie, die wir alle in diesen Tagen hatten, war intensiv und positiv. Besonders die wöchentlichen Treffen in der deutschen Botschaft bestätigten uns in unserer Arbeit als kleinster Verein, der diese Koordinationstreffen der deutschen Botschaft besuchte. Dort konnten wir unser Netzwerk erweitern, unsere Hilfe im technischen und medizinischen Bereicht anbieten. Insbesondere unsere langjährigen und zuverlässigen Kontakte innerhalb der nepalesischen Bevölkerung waren für die Treffen von großer Bedeutung.

  




 
 

Erdbebenhilfe

Unsere Erdbebenhilfe, die in den ersten Wochen noch akut und spontan war, ist inzwischen durch ein Konzept gestärkt.

Unter dem Motto 5 VILLAGES 5 NEEDS unterstützen wir fünf Dörfer in ihren jeweiligen Bedürfnissen.

Diese Dörfer bekommen folgende Unterstützung:

Pakhachowk: Trinkwasserleitung und Healthcamps

Ramkot: Healthcamps

Khokana: Wellbleche, Hilfe beim Wiederaufbau und Nahrung

Belkot/Nuwakot: Unterstützung beim Bau der Panchakanya Higher Secondary School

Changu Narayan: Unterstützung beim Wiederaufbau des Day Care Centers für Menschen mit Behinderungen

 

Und wir haben weiteres Pläne für die Zukunft!

So soll eine medizinische Ambulanz für die notleidende Bevölkerung am Rande von Kathmandu eingerichtet werden.

 

Innerhalb unseres Kinderheims werden wir ein Day Care Center für Kinder mit Behinderungen einrichten. Eltern können dann ihre Kinder tagsüber in unsere Einrichtung bringen, wo sie von ausgebildeten Hausmüttern und Physiotherapeuten betreut und gefördert werden.

 

 

 

  



 
 

Toresh

Und wir helfen Toresh.

Toresh ist inzwischen 5 Jahre alt und leidet an Leukämie.

Zu Beginn haben die Eltern und alle Verwandten das Geld für die Therapie und Medikamente zusammenbekommen. Nach dem Erdbeben sind nun alle Verwandten der Familie mit dem Aufbau ihrer Häuser beschäftigt, keiner kann mehr die Eltern und Toresh finanziell unterstützen.

Dr. Fred Prünte, Mitglied von Ganesh Nepalhilfe hat sich aus Nepal die Diagnose und derzeitige Therapie von Toresh schicken lassen. Es bestehen sehr gute Heilungschancen und der Junge wird gut von den Ärzten in Nepal versorgt!

 Die Therapie wird sich über einen Zeitraum von 3 Jahren hinziehen, die Kosten dafür liegen derzeit bei 250 Euro monatlich.

 

Wir freuen uns sehr, dass Ihr uns bei der Hilfe für Toresh unterstützt!

  
 
 

Konflikt zwischen Indien und Nepal

Seit Anfang August gibt es viele Demonstrationen im Süden des Landes. Die Minderheit der Madhesi kämpfen für ihre Rechte. Die Madhesi sind die Minderheitenbevölkerung Nepals, machen jedoch 30% der Bevölkerung aus!

 

Ihnen wurden in der Vergangenheit keine Rechte zugesprochen, weder das Erhalten eines Personalausweises, der z. B. Voraussetzung für eine akademische Ausbildung ist, noch wurde ihr Wunsch, eine eigene Provinz zugeschrieben zu bekommen, berücksichtigt.

 

Als dann am 20. September die nepalesische Regierung die neue Verfassung verkündete, eskalierte die Enttäuschung und die Wut. Demonstrationen und Sitzblockaden versperrten die Straßen die Indien und Nepal verbinden.

Indien reagierte darauf mit einer inoffiziellen Handelsblokade.

Seit nunmehr 3 Monaten werden nur geringe Mengen an Gaszylinderm Benzin und Diesel nach Nepal geliefert, Kilometerlange Schlangen vor den Tankstellen bestimmen das Stadtbild. Die Auswirkungen auf das Land und seine Bevölkerung sind immens:

 

Operationen können während des normalen täglichen Stromausfalls von bis zu 8 Stunden nicht durchgeführt werden, da die Krankenhäuser schon seit langem kein Diesel für die Notstromgeneratoren haben.

Taxifahrten kosten das 4-5fache, so dass viele Strecken einfach  zu Fuß bewältigt werden müssen.

Obst und Gemüse, Speiseöl, ja selbst das Salz ist fast doppelt so teuer geworden.

 

Inzwischen beginnnen die Menschen in den Dörfern die Wälder zu roden, um Brennholz zu haben, auch in der Stadt fangen die Menschen an, auf Feuern zu kochen.

 

Das Schlimmste ist, dass durch den Spritmangel auch kein Wiederaufbau möglich ist. Durch die Spritrationierung auf 10 Liter pro Woche sind lange Fahrten, insbesondere Fahrten in den Dschungel und in die entlegenen Dörfer unmöglich.

 

Es geht um Macht. Macht für Indien, die von Nepal eine Absprache bezüglich der Verfassung erwartet haben und Macht für Nepal, wo sich die neue Regierung mit neu ernannten Ministern beweisen möchte.

 

Und doch versuchen die Menschen mit ihrem Talent zu improvisieren, ihren Alltag zu gestalten!

 

Die Gelassenheit und Würde, mit der Savithri jeden Tag neue Hiobsbotschaften annimmt, ist bewundernswert!

 

Wir hoffen so sehr für unsere Freunde und die Bevölkerung Nepals, dass durch Gepräche und Annäherung der Konflikt beendet werden kann und die Menschen mit dem Wiederaufbau beginnen können und ein Leben wieder gestalten können!

  




 
 

Frohe Weihnachten!

Liebe Freunde,

wir danken Euch für Eure Unterstützung in diesem intensiven Jahr für Nepa

Ihr habt uns mit Euren Ideen und Vorschlägen, Spenden und Mitarbeit so wertvoll unterstützt und mit Euren Wünschen und Gedanken unsere Reisen und unsere Arbeit begleitet!

 

Wir wünschen Euch eine gesegnete Weihnachtszeit, 

Dori und Thomas Grosspietsch-Rindle, Christa Würth und Till Redenz

Savithri Chettri, Barsha Bista, Sunita Chettri, Jiwan Chettri, Rajan Shah und Jitan Chetri

 

 

  
 
 

Eure Hilfe kommt direkt an!

Dankt Euch für Eure Spende! 

 

Ganesh Nepalhilfe e.V.

IBAN:DE04 4405 0199 0091 0295 10

BIC: DORTDE33XXX

Verwendungszweck: Erdbeben oder Toresh oder Kinderheim, Name, Adresse

 

Die Adresse ist wichtig, damit wir Euch die Spendenbescheingungen zustellen können.

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