Rückblick 2020

Liebe Freunde, Namaste!

 

Was für eine intensive Zeit für uns alle, in der wir so viel Energie benötigen, um uns mit den stetigen Veränderungen auseinanderzusetzen und auf einmal Sorgen haben, die wir vorher nie hatten und die uns bewusst machen, dass wir unsere Zukunft nur noch in ganz kleinen Schritten planen können.

 

 

Wir sind so dankbar für Eure Anteilnahme an unserer Arbeit in Nepal und Eure Unterstützung. Gerade jetzt ist das nicht selbstverständlich, und gerade jetzt benötigen die Menschen in Nepal unsere Hilfe besonders!

 

 

 

  
 
 

Corona in Nepal

Am 11. November wurde bei einer Videokonferenz mit vielen Nichtregierungsorganisationen und dem deutschen Botschafter in Nepal erschreckend deutlich, wie dramatisch die Lage derzeit in Nepal ist.

 

Durch den verordneten Lockdown und örtliche Einschränkungen haben sehr viele Menschen ihre Arbeit verloren. Dabei wird es von Woche zu Woche schwieriger und voraussichtlich kommen nur wenige ohne starke Einschnitte durch diese Krise.

Nepal wird viele Jahre brauchen, um sich von dieser Zeit zu erholen. Was bis dahin mit den Menschen geschieht, ist ungewiss. Die Selbstmordrate sowie die Gewalt in den Familien sind extrem gestiegen. Hinzukommend ist der Alkohol- und Drogenmissbrauch noch höher als hoch.

 

Die Frauen haben das schwerste Los gezogen: die meisten müssen sich nicht nur um die Kinder kümmern, die aufgrund des Lockdowns nicht zur Schule gehen können, sondern auch die Frustration, Angst und den Zorn des arbeitslosen Mannes aushalten.

 

Die nepalesische Regierung hat offiziell bekanntgegeben, dass sie keinerlei Verantwortung für die Folgen von Corona übernimmt. Das bedeutet, dass es keine wirtschaftlichen Unterstützungen geben wird. Genauso wenig werden kostenlose Tests zur Verfügung gestellt.

 

Somit ist die Bevölkerung komplett auf die Hilfe von Nichtregierungsorganisationen angewiesen.

 

Deshalb sind wir sehr dankbar, dass Ihr uns das ganze Jahr über unterstützt habt, und wir neben dem Support für das Kinderheim unsere Hilfe erweitern konnten!

 

  


 
 

Hilfe für Khokana, Kopan und Chitwan

 

Während ich Anfang April in Nepal war, hatten Savithri und ich uns Gedanken gemacht, wie wir der nepalesischen Bevölkerung in dieser schwierigen Zeit helfen können.

Schon während des Erdbebens in 2015 hatten wir Familien von Tagelöhnern in Savithris Heimatdorf Khokana mit Grundnahrungsmitteln versorgt.

Auch jetzt sind die Tagelöhner diejenigen, die der Lockdown am härtesten trifft, der am 22. März ausgerufen wurde.

So stellten wir eine Liste an Grundnahrungsmitteln zusammen, die wir monatlich an die Familien verteilen. Die Menge ist ausgerichtet für eine Familie mit fünf Familienangehörigen

 

20 kg Reis

2 kg Linsen

2 kg getrocknete Bohnen

1 Sack Kartoffeln

2 Liter Öl

1 kg Zucker

300 g schwarzer Tee

Gewürze und Salz

2 Seifenstücke zum Waschen der Kleidung

3 Seifenstücke für Körper und Haar

Hygienebinden

 

Wir kamen auf eine Summe von 30 Euro monatlich für eine fünfköpfige Familie! Frisches Gemüse ist für alle im Dorf verfügbar, so dass sich die Menschen damit selber versorgen können.

 

Neben den Familien der Tagelöhner in Khokana und Kopan unterstützen wir seit dem Sommer auch Projekte in Chisapani und Chitwan, die von unserer Freundin Dr. Ruth Gonseth organisiert werden. Sie ist seit vielen Jahren als Ärztin in Nepal tätig.

 

In dem von Dr. Ruth Gonseth gegründeten Krankenhaus in Ratnanagar werden Lebensmittel an Schwangere, junge Mütter und bedürftige Frauen verteilt. Zusätzlich werden die Menschen in Dörfern in der Umgebung mit Nahrungsmitteln versorgt.

 

Bisher konnten wir die Projekte von Dr. Ruth Gonseth dank eurer Hilfe mit 25.000 Euro unterstützen.

 

Wir sind so froh, die Menschen in dieser extrem schwierigen Zeit unterstützen und ihnen damit ein wenig die Sorge um das Überleben nehmen zu können.

 

  



 
 

Kinderheim

 

Das ganze Jahr hindurch erhielten wir viele Mails oder und Anrufe von Euch, in denen Ihr von Nepal und dem Kinderheim erfahren wolltet.

Wie geht es den Kindern in Nepal?

Wie kommen Savithri und die Kinder durch diese schwierige Zeit?

Wie können wir helfen?

Wir danken Euch sehr für Eure Hilfe und Anteilnahme!

 

 

Raj

Unser Jahr im Kinderheim begann mit einem Abschied.

Schon Ende des letzten Jahres hatte unser großer Raj den Wunsch geäußert, wieder zurück zu seiner Mutter zu ziehen.

Raj kam als einer der ersten Jungen gemeinsam mit Ranjit am 18. März 2014 in das Kinderheim. Damals konnte er nur auf dem Boden krabbeln, indem er die Arme bewegte und die Beine hinter sich herzog, da aufgrund von Sauerstoffmangel bei der Geburt seine linke Körperhälfte gelähmt ist. Auch deutliches Sprechen fiel ihm schwer.

Langsam lernte er stehen und gehen. Raj ist sehr intelligent, und so ungern er die Übungen der Physiotherapeutin auch machte, lernte er schnell mithilfe der VolontärInnen Englisch zu sprechen.

Außerdem war er unser Musiker: Er liebt es zu trommeln und durch die Spenden einer Reisegruppe konnten wir ihm den Wunsch erfüllen, ihm ein Schlagzeug zu kaufen.

 

Jetzt ist er seit Anfang des Jahres bei seiner Mutter.

Uns ist es schwer gefallen von Raj Abschied zu nehmen, doch der Schritt, dass die Mutter ihren Sohn wieder aufnehmen kann, ist ein großer Erfolg!

Raj ist nun mobil genug, dass sich seine Mutter keine Sorgen um ihn machen muss, wenn er allein im Zimmer ist. Er kann selbstständig essen und sich versorgen, während sie arbeitet.

Wir sind sehr dankbar für die gemeinsame Zeit mit Raj und die Lebensfreude, mit der er das Kinderheim bereicherte.

 

 

Februar 2020

Im Februar kam Krishna Chettri zu uns. Krishna ist 16 Jahre alt und hat das Down-Syndrom. Gemeinsam mit seiner Mutter lebte er in der Nähe des Klosters Kopan, wo diese als Putzhilfe arbeitet. Jahrelang wurde Krishna von seiner Mutter im Zimmer eingesperrt, bevor sie zur Arbeit ging. Da sie alleine für ihn verantwortlich war, gab es keinen, der sich in ihrer Abwesenheit um Krishna kümmern konnte.

Er war unglaublich aufgeregt, als er auf einmal mit Siddhi und Ayush in der Sonne Fußball spielen konnte! Jetzt lernt er richtig zu rennen, wozu er vorher nie die Möglichkeit bekam.

Er versteht alles auf Nepali, kann aber nicht sprechen. Er ist so freundlich und freut sich über alles, was er neu erlernt und erlebt!

 

Wir sind sehr glücklich darüber, dass er mit den Jungs und dem Team ein neues Zuhause gefunden hat.

 

März 2020

Der Kindergeburtstag im Kinderheim war für viele von uns die letzte große Veranstaltung! Da wir nicht von allen Kindern das Geburtsdatum wissen, feiern wir jedes Jahr am 18. März eine große Geburtstagsfeier für alle Kinder, denn am 18. März 2014 kamen Raj und Ranjt, die ersten beiden Jungen, ins Kinderheim. Gemeinsam mit meiner letzten Reisegruppe in diesem Jahr konnten wir mit dem nepalesischen Team den Geburtstag aller Bewohner des Kinderheims feiern. Unser Reiseteilnehmer Gerhard hatte sein Alphorn dabei und gab uns ein einmaliges Konzert.

Siddi und Savithri tanzten für die Gäste, und unsere Reisegruppe hatte einen schönen Obstkorb als Geschenk mitgebracht.

 

April 2020

Nach der Geburtstagsfeier am 18. März hatten wir den Besuch komplett eingestellt, nur noch Savithri und Jiten waren mit den Hausmüttern im Kinderheim. Gerade Siddhi als Herzpatient und unsere bettlägerigen Jungen, Tadin und Kaila, sind Risikopatienten, die wir schützen müssen.

 

Mai 2020

Da unsere Heimleiterin Savithri und ihre Söhne ganz in der Nähe des Kinderheims wohnen, konnten sie in 10 Minuten fußläufig bei den Kindern sein. So verbrachten Savithri und ihr Sohn Jiten den ganzen Tag im Kinderheim und gestalteten gemeinsam mit den beiden Hausmüttern Durga und Radika den Alltag der Kinder.

Sie führten Übungen mit den Kindern durch, die sonst die Physiotherapeutin Sujata vorgenommen hätte, erledigten die Gartenarbeit gemeinsam mit den großen Jungs und spielten abends mit Ayush, Siddhi und Krishna Fußball. Außerdem haben sie gemeinsam einen kleinen Tonofen gebaut, in dem sie das Fladenbrot (Naan) oder Pizza selber für die Jungs backen können. 

 

Juni 2020

Durch den harten Lockdown stiegen nun die Preise von Nahrungsmitteln und den Gasflaschen, doch Savithri bekam für das Kinderheim immer noch gute Preise.

Savithri und Jiten waren täglich bei den Kindern, die Hausmütter wohnten bei ihnen, und Siddhi hat sich zu einem verantwortungsvollen, großen Bruder entwickelt.

Ayush brauchte neue Schlappen für den Monsun, Savithri fand jedoch nur diese rosa Plastikschuhe im Geschäft, es gibt eben nicht viel Auswahl… doch Ayush ist so glücklich mit seinen Schlappen, er zieht sie gar nicht mehr aus.

 

Juli 2020

Im Juli wurde der Lockdown nach über 122 Tagen ein wenig gelockert, und die ersten öffentlichen Transportmittel durften wieder fahren. Die Sorge wegen des hohen Ansteckungsrisikos in den Bussen war allerdings groß, da nur sehr wenige fuhren, in welchen die Menschen dicht gedrängt nebeneinander standen. Aus diesem Grund arbeitet nun die Hausmutter Laxmi nicht mehr im Kinderheim in Boudha, sondern nahe ihres Zuhauses, in Bhaktapur.

Es ist ein trauriger Abschied, und wir alle werden Laxmi und ihre freundliche und besonnene Art sehr vermissen!

 

September 2020

Seit September hat das Kinderheim endlich eine Waschmaschine! Lange Zeit war daran wegen der ständigen Stromausfälle gar nicht zu denken

Seit zwei Jahren aber ist der Stromfluss recht stabil, nachdem ein Minister gefeuert wurde, der einen persönlichen Vertrag mit Firmen für Generatoren hatte und für häufige Stromausfälle von bis zu 20 Stunden täglich sorgte!

Es war wirklich bewegend, als mir Savithri in einer Nachricht sagte: "Es ist so schön, wenn die Waschmaschine läuft und man gleichzeitig mit den Kindern frühstücken kann!”

 

Oktober 2020

Erschütternd war unser Gespräch mit Savithri in "NEPALNEWS" anlässlich der Weltladen Fachwochen. Die Zahl der Infizierten steigt rasant von Tag zu Tag. Inzwischen sind es täglich über 4000 Fälle, wobei hauptsächlich im Kathmandutal getestet wird. Die Menschen sind deprimiert, da es keine Arbeit gibt. Die Grenzen nach Indien sind wieder geöffnet, und so können wenigstens die wieder zurückkehren, die vor Corona eine Arbeit in Indien hatten. Ob sie dort wieder ihre Arbeit aufnehmen können, ist jedoch ungewiss. 

 

Savithri berichtete aber auch etwas Positives:

Viele derjenigen, die aus den arabischen Emiraten und anderen Ländern zurückkehren mussten, haben sie sich neu in ihren Heimatdörfern aufgestellt und wieder mit der Landwirtschaft begonnen, um als Selbstversorger durch diese Krise zu kommen.

Wenn einige Menschen auch nach der Krise in Nepal bleiben und sich dort als Farmer in den Dörfern ein neues Leben aufbauen, statt als Sklaven in den Emiraten zu schuften, haben sie vielleicht eine Chance auf ein neues Leben in ihrer Heimat Nepal!

  

 

19. Oktober 2020

Wir können es kaum glauben: Vor sieben Jahren haben wir unseren Verein Ganesh Nepalhilfe e.V. gegründet. Seit sieben Jahren ist das Ganesh New Life Center in Nepal eine Heimat für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die mit ihren Beeinträchtigungen nicht mehr von ihren Familien betreut werden können. Mit Savithri, ihrem Sohn Jiten und den Hausmüttern Durga und Radika haben sie eine neue Familie gefunden, die den Jungen ein Zuhause bietet, in dem sie glücklich und geschützt aufwachsen können.

 

Eine kleine Oase des Glücks inmitten von Kathmandu.

 

 

November 2020

Anfang November wurde das Lichterfest gefeiert. Es wird die Göttin Laxmi verehrt, die den Familien Wohlstand und Glück bringen soll. Ihr zu Ehren werden wunderschöne Rangoli (Farbmandalas) auf den Boden vor den Hauseingängen gefertigt. Öllampen weisen der Göttin den Weg zum Haus.

 

Wir danken Euch, dass Ihr es mit Euren Spenden ermöglicht, den Jungen und Erwachsenen das zu geben, was sie sich am meisten wünschen:

Ein Zuhause voller Liebe und Wärme.

 

Von Herzen wünschen wir Euch eine gute Weihnachtszeit,

 

Dori Rindle, Christa Würth, Till Redenz, Dr. Fred Prünte

  













 
 

Danke und Danyabaad!

Wir danken Euch, dass Ihr es mit Euren Spenden ermöglicht, den Jungen und Erwachsenen das zu geben, was sie sich am meisten wünschen:

 

Ein Zuhause voller Liebe und Wärme.

 

 

Von Herzen wünschen wir Euch eine gute Weihnachtszeit,

 

 

Dori Rindle, Christa Würth, Till Redenz, Dr. Fred Prünte

  
 
 

Eure Hilfe kommt direkt an!

 

Wir danken Euch für Eure Spende!

 

Ganesh Nepalhilfe e.V.

IBAN: DE04 4405 0199 0091 0295 10

BIC: DORTDE33XXX

Verwendungszweck: Kinderheim oder Hilfe für Khokana, Name, Adresse

 

Die Adresse ist wichtig, damit wir Euch die Spendenbescheinigungen zustellen können.

 

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